Die Wurzeln des Erfolgs

Philipp Wittmann ist „Winzer des Jahres 2014“. Wie kaum ein anderer lässt er aus Tradition Moderne wachsen.


Tonmergel, Kalkstein und Lössmehl bilden den Boden, in dem Philipp Wittmann und seine Familie tiefe Wurzeln geschlagen haben. Seit 1663 sind die Wittmanns und ihre Vorfahren Weinbauern im alten Marktflecken Westhofen bei Worms. Philipp Wittmann hat vor rund 15 Jahren das Gut von seinen Eltern übernommen. Für ihn nach Winzerlehre und Weinbaustudium „eine Selbstverständlichkeit, die nie Belastung war, aber immer einen Ausblick bot auf Zukunft“.

Jetzt, im Jahr 2014, ist er einer großen Zukunft ein ganzes Stücknähergekommen. Der renommierte Gault Millau hat ihn zum „Winzer des Jahres“ gekürt, zum „Vorreiter des ökologischen Weinbaus und Motor der qualitativen Entwicklung im Wonnegau“. Seine großen, trockenen Rieslinge zählen zu den absoluten Spitzengewächsen. „Meine Weine sollen Tradition und Innovation erlebbar machen“, sagt er selbst.

Nur durch den Mut zum Wandel bleibt Tradition lebendig. 

Philipp Wittmann
39, Winzer in Westhofen

Für Wittmann ist der Erfolg kein Soloprojekt, eher gelungenes Teamwork eines Familienunternehmens, bestehend aus seinen Eltern und seiner Frau Eva. „Sie und ich hatten das Glück weiterentwickeln zu können, was meine Mutter und mein Vater in den 80er-Jahren begonnen hatten.“ Bereits damals setzten Günter und Elisabeth Wittmann auf Ökologie und Nachhaltigkeit, waren Pioniere. „Nur durch den Mut zum Wandel bleibt Tradition lebendig“, zitiert der Sohn den Vater. „Weinbau ist Landwirtschaft und die muss in die Zeit passen und zukunftsfähig gemacht werden, damit ich sie lebendig an meine beiden Kinder übergeben kann.“

Wertvoll ist für die Wittmanns vor allem die Erde, die „Gesunderhaltung des Bodens“ im Interesse der Arbeiter vor Ort, der Weintrinker und der Region. „Außerdem erzählen Rebstöcke, die tief und gesund in guter Erde wurzeln, als Wein die besseren Geschichten.“ |